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LWH-Experten sind zur neuen Päpstlichen Enzyklika gefragt

Michael Brendel und Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld, Studienleiter und Studienbeauftragter im LWH, haben im Gespräch mit dem Hessischen Rundfunk und dem Portal Domradio.de die neue Päpstliche Enzyklika "Magnifica humanitas" eingeordnet. Während Brendel als KI-Experte sich zu diesem Schwerpunkt der Enzyklika äußerte, ordnete Reidegeld die im 5. Kapitel der Enzyklika aufgerufene Abkehr vom Begriff des "gerechten Kriegs" ein.

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Der Theologe und Journalist Michael Brendel bewertet die erste KI-Enzyklika von Papst Leo XIV. als ungewöhnlich deutlich. Der Papst stelle die Menschenwürde ins Zentrum der KI-Debatte und kritisiere den Umgang großer Konzerne mit Nutzerdaten. Menschen würden zu „Datenobjekten“, während wenige Unternehmen enorme Gewinne erzielten. KI müsse deshalb dem Gemeinwohl dienen statt Macht und Reichtum Einzelner zu vermehren.

Brendel sieht darin auch eine klare Kritik an der Macht großer Tech-Konzerne. Verantwortung liege nicht nur bei Nutzern, sondern vor allem bei Entwicklern und Firmen. Der Papst fordere faktisch „Ethics by Design“, also ethische Regeln bereits bei der Entwicklung von KI-Systemen. Besonders deutlich sei die Warnung vor KI im Krieg. Die Forderung nach einer „Entwaffnung der KI“ richte sich gegen autonome Waffensysteme und KI-gestützte Angriffe. Ohne Regulierung drohe langfristig der Verlust menschlicher Kontrolle über immer mächtigere Systeme.

Der Theologe und Friedensethiker Dr. Jochen Reidegeld sieht in der neuen Enzyklika des Papstes eine klare Absage an Krieg als legitimes Mittel der Politik. Krieg sei „das größte Verbrechen der Menschheit“, die Kirche müsse ihm und seinen Ursachen entschlossen entgegentreten. Der Papst verabschiede sich dabei nicht vom Recht auf Selbstverteidigung, wohl aber vom missverständlichen Begriff des „gerechten Krieges“. Militärische Gewalt bleibe allenfalls eng begrenzt legitim. Stattdessen stelle der Papst das Leitbild eines „gerechten Friedens“ in den Mittelpunkt, der auf Gerechtigkeit, internationalem Recht und Verständigung beruhe.

Mit Sorge beobachtet Reidegeld, der gemeinsam mit LWH-Direktor Marcel Speker-Underbrink auch Co-Host des friedensethischen Podcasts Friedensreiter ist, dass militärische Einsätze wieder selbstverständlich gerechtfertigt würden und religiöse Argumente zur Legitimation von Kriegen dienten – etwa im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zugleich warnt er davor, wehrlose Staaten schutzlos Aggressoren auszuliefern. Kritisch sieht er auch autonome KI-Waffensysteme: Verantwortung für Töten dürfe nie an Algorithmen delegiert werden.

 

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