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IFME: Neues Institut soll Friedensethik normativen Rahmen geben

Wie passen die Begriffe „Ethik“ und „Militär“ zusammen, ja, gar in ein Wort? – Diese Frage beantwortete Militärbischof Franz-Josef Overbeck jetzt anlässlich der feierlichen „Indienststellung“ des neuen Instituts für Frieden und Militärethik (IFME) in Hamburg. Es geht hervor aus dem Zusammenschluss des Instituts für Theologie und Frieden (ithf) und dem Zentrum für ethische Bildung in den Streitkräften (zebis).

Das Ludwig-Windthorst-Haus (LWH), das von Akademiedirektor Marcel Speker-Underbrink bei dem Festakt vertreten wurde, hatte in Kooperation mit dem ithf den friedensethischen Podcast Friedensreiter gegründet, der mittlerweile plattformübergreifend mehr als eine Viertelmillion Aufrufe verzeichnet. Das IFME wird die Kooperation fortführen. 

Bischof Overbeck sieht angesichts der aktuellen Herausforderungen mehr denn je eine Notwendigkeit für eine Auseinandersetzung mit ethischen Fragen im Kontext von Krieg und Frieden, denn die Bedrohung, vor der wir stehen, sei nicht nur militärisch, sondern politisch, kulturell, geistig und auch geistlich: „Wo autoritäre Mächte das Recht des Stärkeren an die Stelle der Stärke des Rechts setzen wollen, wo religiöse Narrative zur Rechtfertigung von Gewalt missbraucht werden und wo Desinformation und hybride Angriffe Gesellschaften verunsichern und Demokratien destabilisieren, da braucht es umso mehr einen klaren Wertekompass, ein wachsendes Gewissen und auch die Fähigkeit, Ambivalenzen auszuhalten, ohne den Maßstab zu verlieren.“

Dabei gehe es nicht darum, Konflikte zu schüren oder Gewalt zu verklären, sondern den Mechanismen auch einen ethisch-begründeten normativen Rahmen zu geben, um so dem Frieden zu dienen. Dieser Rahmen sei die katholische Friedensethik: „Ihr Maßstab ist der gerechte Frieden, verstanden nicht als statischer Zustand, sondern als dauerhafte, dynamische Aufgabe. Wo Gewalt reduziert, Gerechtigkeit genährt, Recht gestärkt und Dialog ermöglicht wird, da gewinnt der friedliche Staat.“ Deshalb gehe es nicht um die Legitimation von Gewalt, sondern um die Befähigung zum Frieden. Zur Nüchternheit der Friedensethik gehöre aber auch, dass sie die Wirklichkeit der Gewalt eben nicht verdrängt: „Der Primat gewaltfreier Konfliktlösung bedeutet nämlich nicht, auf die Bedingungen zu verzichten, unter denen Gewaltverzicht überhaupt möglich bleibt. Eine Gesellschaft, die dem Schutz vor Gewalt vernachlässigt und nicht verteidigungsfähig ist, kann Angriffe auf die Grundlagen eines gerechten Friedens nicht verhindern. Darum kommt es auf das rechte Maß an, auch verteidigen zu können, ohne Krieg zu wollen, friedfertig zu sein, ohne wehrlos zu werden“, so Bischof Overbeck. Gerade mit Blick auf die katholische Militärseelsorge, forderte er auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, in der Hoffnung, dass er nicht eintrete.

Dr. Christian Braun, den Overbeck als neuen IFME-Direktor in sein Amt einführte, erläuterte anschließend, das Selbstverständnis des neuen Instituts, das sich als Think Tank gegenüber Politik und Gesellschaft auf der einen und als Servicestelle für die Militärseelsorge auf der anderen Seite verstehe. Das bedeute auch, dass man sich in der Kommunikation der Inhalte neu aufstellen wolle. Ausdrücklich nannte er in diesem Zusammenhang auch den Podcast. Braun wird in der Leitung des Instituts zukünftig von zwei Stellvertretern unterstützt und setzt dabei auf das bewährte Team der bisherigen zebis- und ithf-Stellvertreter Dr. Veronika Bock und dem LWH-Studienbeauftragten und Co-Friedensreiter-Host, Pfr. Dr. Jochen Reidegeld.

 

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