Nach den Grußworten von Marcel Speker-Underbrink, Direktor des LWH, und Christian Fühner, bildungspolitischer Sprecher der CDU, erwartete die Gäste ein abwechslungsreiches Programm. Fühner stellte die zentrale Bedeutung europäischer Bildungszusammenarbeit in den Mittelpunkt: Erasmus+ sei unabdingbar für die Demokratiebildung junger Menschen und für ihr persönliches Lernen. Deshalb sei es sein Ziel, dass alle Schulen in Niedersachsen von Erasmus+ profitieren können. Besonders gelungen war die kreative Rahmung der Veranstaltung durch die Moderatorinnen Nicole Troué und Judith Hilmes: Sie führten die Teilnehmenden unter dem Gedanken der Pfadfinderbewegung durch den Tag – beide verbindet die Idee, dass Entdecken und Lernen in Gemeinschaft zentrale Ziele sind, gepaart mit dem Blick über den Tellerrand, um Neues zu erkennen und zu verstehen.
Lernaktivitäten erkunden, Destinationen erfahren
Das Herzstück des Tages bildete die Präsentation aller Lernaktivitäten des vergangenen Schuljahres. Eine zentrale Neuerung war die Präsentation von Schüler*innenmobilitäten: Ein wichtiger Schritt, denn dadurch profitieren nicht nur einzelne Lehrkräfte von Erasmus+-Erfahrungen, sondern auch Schülerinnen und Schüler sowie weitere Lehrkräfte aus ihren Schulen. Damit wird das Programm zum Gewinn für deutlich mehr Menschen in Niedersachsen als im Vorjahr. Besonders beeindruckend war die kreative Gestaltung dieser Präsentationen – sie machten eindrucksvoll deutlich, wie viel die Teilnehmenden aus den Lernaktivitäten mitgenommen haben und dokumentierten konkret, wie die europäischen Erkenntnisse bereits in den Schulen umgesetzt wurden.
Beim Erasmus+ Learning Trail wurden die Erkenntnisse aus den Präsentationen noch einmal kreativ vertieft. Die Gäste konnten auf spielerische Weise die verschiedenen Destinationen und Erasmus+-Themen erkunden – eine moderne Adaption der Pfadfinder-Tradition des Patch-Sammelns auf internationalen Wanderfahrten, die das Gelernte sinnlich erfahrbar machte.
Internationale Perspektiven aus europäischen Partnern
Das Programm wurde durch hochkarätige Vorträge abgerundet. Astrid Kristiansen aus Norwegen, Anni Rouppa, Johanna Oleander, Susan Sahala und Minna Kivikangas aus Finnland sowie Hanneke Blom und Hendrik Elzinga aus den Niederlanden gaben Einblicke in ihre Bildungssysteme und die Konsortiumsarbeit. Ein absoluter Höhepunkt war die Premiere des fertiggestellten interkulturellen Bilderbuches Toto aus dem Projekt Picture Me – die Erstpräsentation vor der Öffentlichkeit. Durch diese verschiedenen Vorträge gewannen die Teilnehmenden konkrete Impulse für ihre schulische Arbeit – durch die Beispiele guter Praxis, durch die direkte Begegnung mit den Kolleginnen und Kollegen und durch das tiefere Verständnis für unterschiedliche Bildungskulturen.
Austausch als Kraftquelle
Der intensive Austausch zwischen den Teilnehmenden, das Knüpfen von Netzwerken und der Gewinn von neuen Erkenntnissen erwiesen sich als wertvolle Elemente des Tages. Lehrkräfte aus verschiedenen Schulformen und Regionen planten gemeinsame Initiativen und öffneten sich für neue pädagogische Wege. „Genau dieses – der Austausch, die Begegnung, das gegenseitige Lernen – ist zentral für Erasmus+”, fasst Judith Hilmes zusammen. „Daher haben wir den Gedanken der Pfadfinderschaft zum Leitgedanken des Fachtags gemacht: Als Gemeinschaft über kulturelle Grenzen hinweg zu gehen, Bekanntes zu hinterfragen und das Unbekannte zu erkunden – das ist eine Kompetenz, die in einer globalisierten Welt unerlässlich ist. Wenn wir diesen Geist in unsere niedersächsischen Schulen tragen, profitieren nicht nur einzelne Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler, sondern die gesamte Schulkultur wird bereichert.”
Das Ludwig-Windthorst-Haus als größter Konsortialführer des INNOVATION4YOU-Konsortiums in Niedersachsen trägt durch Veranstaltungen wie diesen Fachtag wesentlich zur Schulentwicklung bei. Es schafft Räume, in denen europäische Bildungszusammenarbeit gelebt wird und von denen nachhaltig Impulse für die niedersächsische Schullandschaft ausgehen.
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