Erasmus+, das Bildungsprogramm der Europäischen Union, ermöglicht durch Fortbildungen und internationale Begegnungen, pädagogische Kompetenzen zu erweitern und neue Perspektiven in die eigene Arbeit zu tragen. Das Ludwig-Windthorst-Haus koordiniert als Kompetenzzentrum für Lehrkräftefortbildung eines der größten Erasmus+-Konsortien in Niedersachsen und begleitet regelmäßig Lernaktiväten in Europa – diesmal waren es die Fortbildungsverantwortlichen selbst, die sich auf den Weg machten. Gastgeber war das Centar Izvrsnosti in Split-Dalmatien (CI SDŽ), ein regionales Zentrum für Begabtenförderung, das einen unmittelbaren Einblick in das kroatische Bildungssystem und die dortige Organisation der Lehrkräftefortbildung ermöglichte.
„Internationale Fortbildungen sollten kein Privileg Einzelner bleiben, sondern fester Bestandteil professioneller Entwicklung werden. Gerade aus der Perspektive der Lehrkräftefortbildung wird deutlich, wie elementar der europäische Austausch ist – als Fundament für die Völkerverständigung ebenso wie für ein nachhaltiges, reflektiertes Weiterlernen in der eigenen Arbeit."
– fasst eine Teilnehmende den Mehrwert zusammen.
KI in Bildungsverwaltung und Fortbildung
Ein roter Faden der Woche war der praktische Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der Bildung und in Fortbildungsorganisationen. In den Sessions „DT & AI for Managers" wurde ein Einstieg in das Prompting durch die Nutzung von verschiedenen digitale Werkzeuge an praxisnahen Beispielen durchgeführt. Dass Innovation nicht nur digital gedacht werden muss, zeigten die Schulbesuche. An dem Gymnasium mit Schwerpunkt Kunst in Split (School of Fine Arts) beobachtete die Gruppe kunstintegriertes Lernen, beim Besuch einer internationalen Schule standen bilinguale Bildung und internationale Standards im Austausch im Mittelpunkt. Deutlich wurde: Kreative und sprachliche Bildung sind kein Gegensatz zur Digitalisierung, sondern eine wertvolle Ergänzung.
Nachhaltigkeit und das Lernen auf der Insel
Den vielleicht eindrücklichsten Perspektivwechsel bot der Besuch einer Inselschule unter dem Leitgedanken „Qualitätsentwicklung und Nachhaltigkeit". Wie gelingt gute Schule unter besonderen geografischen Bedingungen? Ergänzt wurde dieser Tag durch einen Workshop der Umweltorganisation Udruga Sunce zu nachhaltigen Schulprojekten und Umweltbildung.
„Solche Begegnungen sind weit mehr als fachlicher Austausch: Sie schärfen den Blick dafür, wie Qualitätsentwicklung in der Lehrkräftefortbildung über Ländergrenzen hinweg gelingt. Genau diese Impulse tragen wir in die Kompetenzzentren in ganz Niedersachsen – und damit in die Schule von morgen."
– Judith Hilmes, LWH
Lehrkräftebildung und regionale Bildungsentwicklung
Den fachlichen Abschluss bildete der Besuch der Universität Split mit Blick auf die erste Phase der Lehrkräftebildung – unter anderem im Gespräch mit Prof. Mile Dželalija. Beim Runden Tisch zu den Projekten des CI SDŽ, darunter die Initiative „Growing Up Together", wurde sichtbar, wie regionale Bildungsentwicklung konkret gestaltet wird. Eine abschließende Evaluation und die Übergabe der Teilnahmezertifikate rundeten die intensive Woche ab. Die Lernaktivität in Split machte einmal mehr deutlich, welche zentrale Rolle das Ludwig-Windthorst-Haus und die Kompetenzzentren für Lehrkräftefortbildung in ganz Niedersachsen für die Qualitätsentwicklung in der Lehrkräftebildung einnehmen. Wer in die Qualifizierung derjenigen investiert, die Lehrkräfte fortbilden, gestaltet die Bildung von morgen.
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