Die Veranstaltung machte deutlich, dass KI die Weiterbildung nicht nur technisch, sondern auch didaktisch grundlegend verändert. Brendel betonte dabei vor allem die Chancen eines niedrigschwelligen Zugangs zu Technologie. Die Fähigkeit moderner Systeme, natürliche Sprache zu verarbeiten, markiere einen Paradigmenwechsel, der bestehende Hürden im Umgang mit digitalen Werkzeugen abbaut. Gleichzeitig warnte Brendel vor einer unkritischen Delegation von Lernprozessen an KI. Würde die Technologie die Führung übernehmen, würden zentrale pädagogische Werte verloren gehen. Insbesondere hob er hervor, dass KI derzeit weder verlässlich noch vollständig nachvollziehbar arbeite. Ein unreflektierter Einsatz könne zu einem Verantwortungsvakuum führen und langfristig das eigenständige, kritische Denken schwächen.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Beiträge lag auf den neuen Möglichkeiten der Professionalisierung. KI könne Lehrenden helfen, komplexe Inhalte schneller zu erschließen, etwa durch Übersetzungen oder die Aufbereitung wissenschaftlicher Texte. Richtig eingesetzt, eröffne dies neue Freiräume für qualitativ hochwertige Bildungsarbeit. Darüber hinaus plädierte Brendel für eine umfassende Kompetenzentwicklung im Umgang mit KI. Neben technischem Verständnis seien vor allem Reflexionsfähigkeit, ethisches Bewusstsein und eine klare Haltung gegenüber der Technologie entscheidend. Lehrende müssten sich ebenso wie Lernende fragen, welche Rolle KI konkret im Lernprozess übernehmen solle und wo ihre Grenzen liegen.
Auch die strukturellen Rahmenbedingungen nahm Brendel in den Blick. Für eine erfolgreiche Integration von KI in die Weiterbildung brauche es klare rechtliche Leitplanken, mehr Orientierung durch Datenschutzbehörden sowie ausreichend Zeit für Qualifizierung und kollegialen Austausch. Ohne diese Voraussetzungen könne der Transformationsprozess nicht gelingen. Die Veranstaltung zeigte insgesamt, dass KI weder als Ersatz für pädagogisches Handeln noch als bloßes Werkzeug verstanden werden kann. Vielmehr erfordert ihr Einsatz eine bewusste Gestaltung von Lernprozessen. Die Impulse von Michael Brendel verdeutlichen dabei, dass die Zukunft der Weiterbildung entscheidend davon abhängt, technologische Möglichkeiten mit pädagogischer Verantwortung zu verbinden.
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