Die Pflege eines Familienmitglieds verlangt viel Zeit, Kraft und Aufmerksamkeit. Zwischen organisatorischen Aufgaben, emotionalen Herausforderungen und alltäglichen Verpflichtungen bleibt für die eigenen Bedürfnisse oft wenig Raum. Dabei ist es gerade für pflegende Angehörige wichtig, auf die eigene Gesundheit zu achten und rechtzeitig neue Kraft zu schöpfen. Unter dem Leitgedanken, auch für sich selbst gut zu sorgen, bietet das LWH deshalb ein Wochenende an, das bewusst Abstand vom Pflegealltag ermöglichen soll. Die Teilnehmenden erhalten Gelegenheit, ihre persönliche Situation zu reflektieren, neue Perspektiven zu entwickeln und Strategien für einen achtsamen Umgang mit den eigenen Kräften kennenzulernen.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Thema Resilienz – also der Fähigkeit, mit Belastungen und schwierigen Lebenssituationen umzugehen. In verschiedenen Workshops beschäftigen sich die Teilnehmenden mit ihren persönlichen Kraftquellen und erarbeiten Möglichkeiten, die eigene Widerstandskraft im Alltag zu stärken. Fachliche Impulse zur Pflegeberatung ergänzen das Programm. Daneben bieten kreative Angebote, gemeinsame Mahlzeiten und gesellige Abende Raum für Entspannung und Begegnung.
Austausch und Selbsthilfe als wichtige Kraftquellen
Eine besondere Bedeutung kommt dem Austausch untereinander zu. Denn unabhängig davon, ob jemand erst seit Kurzem einen Angehörigen pflegt oder bereits seit vielen Jahren Verantwortung trägt: Die Begegnung mit Menschen in ähnlichen Lebenssituationen kann entlasten, Mut machen und neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Zugleich möchte das Wochenende den Zugang zu bestehenden Unterstützungsangeboten erleichtern. Bei einem Kamingespräch am Freitagabend stellt die Selbsthilfekontaktstelle Emsland des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen e. V. die Möglichkeiten und Chancen gemeinschaftlicher Selbsthilfe vor. Das Angebot richtet sich ausdrücklich sowohl an Mitglieder bestehender Selbsthilfegruppen als auch an pflegende Angehörige, die bislang noch keinen Kontakt zur organisierten Selbsthilfe haben.
Am Samstag vermittelt die Pflegeberaterin Katharina Pranger vom Paritätischen Emsland unter dem Titel „Gut begleitet in der Pflege“ praktische Informationen und Orientierung für den Pflegealltag. Weitere Seminareinheiten widmen sich der Frage, wie pflegende Angehörige trotz ihrer Verantwortung für andere die eigenen Bedürfnisse im Blick behalten können. Geleitet wird das Wochenende von Sophia Escher vom LWH. Als weitere Referentin wirkt Julia Benning vom LWH mit. Das Seminar beginnt am Freitag, 22. Januar 2027, um 15 Uhr und endet am Sonntag, 24. Januar, um 13 Uhr. Dank der Förderung durch die AOK Niedersachsen zahlen die Teilnehmenden für das ganze Wochenende inklusive Übernachtung und Vollverpflegung nur 65 Euro. Eingeladen sind alle Menschen, die einen Angehörigen pflegen und sich bewusst Zeit für die eigene Gesundheit, neue Impulse und den Austausch mit anderen nehmen möchten.
Das erste Seminar dieser Art findet statt vom 22.-24. Januar 2027. Weitere Angebote sind in Vorbereitung. Den genauen Ablauf, alle Infos und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier.
Bildunterschrift: Freuen sich über das neue Angebot für pflegende Angehörige (v.l.n.r.): Kathrin Berger (Leiterin Selbsthilfekontaktstelle Emsland und Freiwilligenzentrum Meppen beim Paritätischen Wohlfahrtsverband), Julia Benning und Sophia Escher (beide LWH).