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Wie Erasmus+ gelingt: LWH teilt Konsortialerfahrung in Norwegen

Wie organisiert man ein Erasmus+-Konsortium so, dass Schulen den Schritt nach Europa wagen und das Gelernte im Schulalltag ankommt? Mit dieser Frage war Bildungsmanagerin Judith Hilmes vom Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) als Expertin nach Drammen bei Oslo eingeladen. Dort stellte sie vor, wie das LWH als Konsortialführer von INNOVATION4YOU die Arbeit mit seinen Mitgliedsschulen gestaltet. Erasmus+, das EU-Programm für Bildung, Jugend und Sport, ermöglicht Lehrkräften und Schüler*innen Lernaufenthalte im europäischen Ausland. Konsortien bündeln die Organisation für viele Schulen und öffnen Erasmus+ so auch für Schulen, die allein kaum Kapazitäten dafür hätten.

Seit 2017 ist das LWH im Erasmus+-Programm aktiv, 2021 startete INNOVATION4YOU. Inzwischen gehören über 120 Schulen aller allgemeinbildenden Schulformen dazu, seit 2018 wurden mehr als 1.000 Mobilitäten umgesetzt. Das Angebot reicht von strukturierten Kursen über Jobshadowings bis zu Schüler*innenmobilitäten. Ein besonderes Anliegen: Auch Grund- und Förderschulen sowie Erasmus+-Neulinge sollen Zugang zu Europa erhalten.

Den Einstieg erleichtern, entlasten, Sicherheit geben

Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Frage, wie aus einer Erasmus+ Lernaktivität nachhaltiges Lernen wird. Am LWH ruht die Konsortialarbeit auf drei Säulen. Die Vorbereitung bildet das Fundament: persönliche Beratung, digitale Vorbereitungstreffen, Länderbriefings und Zielvereinbarungen. Für jede Mobilität entsteht zudem eine TaskCard als gemeinsamer digitaler Lernraum. Während der Aktivitäten ist Reflexion der Schlüssel. Lerntagebücher und vielfältige Methoden, unter anderem aus dem Erasmus+-Projekt iREFLECT, helfen, Erfahrungen bewusst zu verarbeiten. Der Transfer schließlich ist das Ziel: Die Teilnehmenden geben ihre Erfahrungen in Mikrofortbildungen und Dienstbesprechungen an ihre Kollegien weiter, der jährliche Erasmus+-Fachtag am LWH bringt alle Beteiligten zusammen, und über Instagram werden Erfahrungen sichtbar. Wo Schulen den nächsten Schritt gehen und Schüler*innenmobilitäten umsetzen, reicht die Wirkung noch weiter: Hier wird der Grundstock für ein gelebtes europäisches Miteinander gelegt.

Austausch auf Augenhöhe

Neben dem Vortrag blieb viel Raum für Gespräche. Mit der norwegischen Kollegin Astrid Kristiansen, die selbst ein Erasmus+-Konsortium koordiniert, tauschte sich Judith Hilmes intensiv über Strukturen und Lösungsansätze beider Konsortien aus. Auch Lehrkräfte mehrerer Schulen aus Drammen lernte sie kennen. Schnell wurde deutlich, dass sich die Fragen in Norwegen und Niedersachsen ähneln: Wie lassen sich Schulen trotz knapper Ressourcen für Europa gewinnen? Und wie bleibt das Gelernte lebendig, wenn der Alltag zurückkehrt? „Ein Konsortium lebt davon, dass Schulen sich gut begleitet fühlen. Wer weiß, dass er nicht allein ist, traut sich den Schritt ins Ausland zu“, so Judith Hilmes. „Der Austausch in Drammen hat mir gezeigt, wie viel wir als Konsortialführer voneinander lernen können.“

Ein Netzwerk, das weiterwirkt

Der Besuch knüpft an eine gewachsene Partnerschaft an: Bereits beim diesjährigen Erasmus+-Fachtag am LWH gab Astrid Kristiansen Einblicke in das norwegische Schulsystem. Zugleich stärkt er das europäische Netzwerk der Konsortialführer. Ganz im Sinne des Gründungsgedankens des LWH gilt auch hier: Bildung lebt vom Dialog über Grenzen hinweg.

 

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