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Medienbuddies treffen auf Ministerpräsidenten

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat die Heimvolkshochschulen als „Teil der Lösung“ im Engagement für eine widerstandsfähige Demokratie bezeichnet. Bei der Jahrestagung des Landesverbandes der Heimvolkshochschulen in Haus Ohrbeck warnte der SPD-Politiker vor wachsender Politikverdrossenheit, einer Verrohung der Debattenkultur und den Gefahren von Desinformation in sozialen Medien. Zugleich warb er für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt, politische Bildung und Räume für echte Begegnungen.

Nils Thieben, Studienleiter im Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) nutzte die Gelegenheit und berichtete dem Regierungschef über das Projekt „Medienbuddies“, mit dem das LWH auf spielerische Art Medienkompetenz nachhaltig in Schulen der Region verankert. Dazu überreichte er ihm die innerhalb des Projektes erarbeiteten Arbeitsmaterialien.

Thieben konnte dabei den Bogen schlagen, denn Lies selbst hatte sich zuvor kritisch zur Rolle sozialer Medien und digitaler Plattformen geäußert. Öffentliche Debatten fänden längst nicht mehr nur in klassischen Medien statt, die Informationen einordneten und überprüften. In sozialen Netzwerken dominierten dagegen oft Mechanismen, die Desinformation und Polarisierung verstärkten. Besonders mit Hilfe Künstlicher Intelligenz ließen sich falsche Informationen heute schneller und professioneller verbreiten als je zuvor. Deshalb müsse politische Bildung stärker vermitteln, wie Quellen geprüft und Informationen bewertet werden könnten.

Die Heimvolkshochschulen hätten dabei eine zentrale Funktion. Demokratiebildung ende nicht mit der Schulzeit, betonte Lies. Vielmehr brauche es Orte, an denen Menschen lebenslang lernen, diskutieren und Haltung entwickeln könnten. Heimvolkshochschulen seien solche Orte des gesellschaftlichen Austauschs. Dort träfen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen aufeinander, kämen ins Gespräch und lernten, andere Perspektiven auszuhalten.

Dabei gehe es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch um soziale Erfahrungen. Lies warnte davor, dass Digitalisierung und Homeoffice viele traditionelle Begegnungsräume verdrängten. Gemeinschaft entstehe nicht allein online. Demokratie müsse erlebt und eingeübt werden – etwa durch Diskussionen, gemeinsame Projekte oder ehrenamtliches Engagement. Er dankte daher ausdrücklich den Heimvolkshochschulen für ihre Arbeit. Trotz finanzieller und organisatorischer Herausforderungen leisteten sie einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Demokratie. „Wir brauchen diese Orte“, sagte Lies. Demokratie müsse immer wieder neu gestärkt und verteidigt werden.

 

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