Dekorative grüne Flächen

Kunst eröffnet Kindern einen eigenen Zugang zur Welt - Mit Erasmus+ in Split

Neun Lehrkräfte aus Niedersachsen, von verschiedenen Schulen und Schulformen des allgemeinbildenden Bereichs, haben die Herbstferien für eine besondere Fortbildung genutzt: In Split setzten sie sich intensiv mit dem Gestaltungsbereich Grafik auseinander – mit dem Ziel, neue Zeichen- und Druckverfahren selbst zu erproben und sie in ihren eigenen Kunstunterricht zu tragen. Die Lernaktivität war Teil von Erasmus+, dem Förderprogramm der Europäischen Union für Bildung, Jugend und Sport. Erasmus+ ermöglicht Lehrkräften, sich im europäischen Ausland fortzubilden, andere Schulsysteme kennenzulernen und sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen – Impulse, die weit in die Schulentwicklung hineinwirken.

Im Mittelpunkt stand die praktische Arbeit: Transferdruck, Radierung und weitere Verfahren wurden erprobt, Ergebnisse verglichen und Möglichkeiten für den Unterricht erörtert. An einem Gymnasium mit Kunstschwerpunkt erhielt die Gruppe Einblick in eine Schulkultur, in der künstlerisches Arbeiten einen hohen Stellenwert hat. Der Austausch über Methoden, Materialien und Bewertung zeigte, wie ähnlich die Fragen sind, die Kunstlehrkräfte in ganz Europa bewegen.

Begegnung beim Erasmus+ Tag im Center of Excellence

Beim Erasmus+ Tag im Center of Excellence kamen die Teilnehmenden mit Lehrkräften und internationalen Erasmus+ Koordinatorinnen und Koordinatoren verschiedener Schulen sowie des Centers ins Gespräch. Das Center of Excellence widmet sich der Begabtenförderung und bietet Schülerinnen und Schülern der Region Split-Dalmatien eine beeindruckende Vielfalt an Programmen und Formaten. Für die Kunstlehrkräfte war besonders spannend, wie Begabung hier verstanden wird: nicht nur als Leistung in einzelnen Fächern, sondern als Neugier, Kreativität und die Fähigkeit, eigene Wege zu gehen. Genau diese Fähigkeiten stehen auch im Zentrum des Kunstunterrichts – und so ergaben sich viele Anknüpfungspunkte für mögliche gemeinsame Projekte.

„Europäische Begegnungen leben vom echten Austausch auf Augenhöhe”, sagt Judith Hilmes, Bildungsmanagerin des Ludwig-Windthorst-Hauses und Koordinatorin der Lernaktivität. „In Split haben sich Kunstlehrkräfte und Erasmus+ Koordinatorinnen und Koordinatoren aus verschiedenen Ländern vernetzt – daraus entstehen Partnerschaften, von denen am Ende vor allem die Schülerinnen und Schüler profitieren.”

Warum Kunst in der Bildung unverzichtbar ist

Wer schon einmal eine Druckplatte abgezogen hat, kennt diesen Moment: Spannung, Staunen – und manchmal ein Ergebnis, das ganz anders aussieht als geplant. Kinder und Jugendliche lernen in der Kunst, genau hinzusehen, mit Unerwartetem umzugehen und zu erleben, dass es nicht die eine richtige Lösung gibt. In einer Welt, die immer schneller und komplexer wird, entwickeln sie dabei echte Schlüsselkompetenzen: Kreativität, Mut zum Experiment und Vertrauen in die eigene Ausdruckskraft.

„Kunst eröffnet Kindern einen eigenen Zugang zur Welt – und wenn wir Lehrkräfte selbst wieder ins Experimentieren kommen, können wir diese Begeisterung am glaubwürdigsten weitergeben.”

Eine Teilnehmerin.

Das Ludwig-Windthorst-Haus als Kompetenzzentrum für Lehrkräftefortbildung und Konsortialführer des INNOVATION4YOU-Konsortiums schafft mit solchen Lernaktivitäten Räume für europäisches Lernen. Sie zeigen: Guter Unterricht lebt von Lehrkräften, die neugierig bleiben und Neues ausprobieren.

 

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