„Deutschland verliert nicht an Arbeitsplätzen, sondern an Arbeitsstunden“, machte Stettes in seinem Impulsvortrag deutlich. Während die Beschäftigung in den vergangenen Jahren gestiegen sei, gehe das Arbeitsvolumen stetig zurück – nicht zuletzt, weil immer mehr Menschen kürzer arbeiten oder früher in Rente gehen wollen. Mit Blick auf den demografischen Wandel warnte Stettes: „In den nächsten Jahren verschwinden Millionen Arbeitsstunden, die uns wirtschaftlich fehlen werden.“
Als Antwort plädierte der Ökonom für mehr Flexibilität statt weiterer Verkürzung. Flexible Arbeitszeitmodelle erhöhten die Zufriedenheit und Bindung der Beschäftigten – doch sie bräuchten Vertrauen, Eigenverantwortung und ergebnisorientierte Führung. Zugleich forderte Stettes, die gesetzliche Zehn-Stunden-Grenze zu überdenken, um moderne Arbeitsformen wie die Vier-Tage-Woche praktikabler zu machen. Er machte deutlich, dass Arbeitszeit der Schlüssel zur Fachkräftesicherung und zur Zukunftsfähigkeit kirchlicher Arbeit sei.
Im weiteren Verlauf der Tagung vertieften die Teilnehmenden die Themen in vier parallelen Workshops: Langzeitkonten, Arbeitszeitflexibilisierung, vorgerichtliches Schlichtungsverfahren sowie Anwendungsfragen zur AVO. Zum Abschluss informierten Dr. Alireza Khostevan und Guido Hermes über aktuelle Urteile aus dem Arbeits- und Tarifrecht.
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