Der Besuch war geprägt von intensivem Austausch und gegenseitigem Lernen. Zwar gab es hier und da Sprachbarrieren, doch diese wurden mit Kreativität, Körpersprache und gezielten Übersetzungen spielend überwunden. Was zählte, war die gemeinsame Leidenschaft für die Arbeit mit Kindern und das offene Interesse an unterschiedlichen pädagogischen Ansätzen. Eines wurde schnell deutlich: Kinder sind überall gleich. Mit offenen Armen und großer Neugier wurden die Gäste aus Finnland von den Kindern willkommen geheißen. Gemeinsam wurde gespielt, gelacht und gelernt – trotz fehlender gemeinsamer Sprache.
Eine amüsante Episode ereignete sich beim gemeinsamen Vorlesen eines Buches: Die Kinder waren sichtlich erstaunt und verwirrt, dass die finnischen Lehrkräfte nicht vorlesen konnten – schließlich waren das doch Erwachsene! Beim Spielen und gemeinsamen Entdecken jedoch zeigten sich keine Barrieren: Mimik, Gestik und die gemeinsame Freude waren eine universelle Sprache. Mit offenen Gesichtern und ausdrucksstarken Bewegungen gelang es den Pädagoginnen mühelos, sich mit den Kindern zu verständigen – und alle erlebten, wie lebendig und verbindend das Spielen sein kann, wenn Erwachsene ihre Offenheit und Neugier teilen. Anni Ruoppa, eine der finnischen Expertinnen, fasste ihre Erfahrung so zusammen:
"Die Kinder verstehen die Sprache der Pädagogik. Egal ob Finnisch oder Deutsch – wenn wir spielen und zusammen sind, brauchen wir keine Worte. Das war wunderschön zu erleben hier in Lingen."
Toto begeistert das Publikum
Ein Highlight war die Vorstellung des Bilderbuches Toto im Kindergarten. Die finnischen Pädagoginnen zeigten den Kindern das Buch und berichteten von Erlebnissen des Protagonisten Toto in Finnland. Die Kinder waren fasziniert! Sie wollten mehr erfahren – mehr über Toto, seine Abenteuer und sein Leben in Finnland. Das Buch wird sicherlich noch lange in den Gesprächen der Kinder nachwirken. Das Bilderbuch ist in einem gemeinsamen Erasmus+ Projekt zwischen die Pädagoginnen aus Hamina und Judith Hilmes, Bildungsmanagerin im Ludwig-Windthorst-Haus, entstanden.
Neben dem Besuch im Kindergarten genossen die vier Finninnen auch die landschaftliche Schönheit der Region. Besonders begeistert waren sie vom Radnetz des Emslands – das gut ausgebaute Radwegenetz in und um Lingen war für sie eine echte Bereicherung. Mit Fahrrädern erkundeten sie nach Feierabend im Kindergarten die Gegend und genossen unter anderem eine wunderbare Radtour entlang des Kanals nach Lingen. Diese Art der Fortbewegung und die Möglichkeit, die Landschaft aktiv zu erleben, hat bei den Gästen großen Eindruck hinterlassen.
Ein voller Erfolg
Insgesamt war der Besuch der finnischen Kolleginnen ein voller Erfolg. Es wurden Freundschaften vertieft, Perspektiven erweitert und gezeigt, dass Verständigung und Lernen auch über Sprachgrenzen hinweg möglich sind – mit Offenheit, Geduld und dem gemeinsamen Fokus auf das, was uns verbindet: Die Liebe zu Kindern und zur Pädagogik. Johanna Oleander brachte es auf den Punkt:
"Wir haben so viel von den deutschen Kolleginnen gelernt und konnten unser finnisches Wissen teilen. Das ist echter Austausch auf Augenhöhe – das ist das Beste, was europäische Zusammenarbeit sein kann."
Der Austausch mit internationalen Partnern bereichert uns alle. Vielen Dank an die Kolleginnen aus Hamina für den inspirierenden Besuch und an die Kita St. Ansgar für die gastfreundliche Aufnahme!
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