In Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der Stadt Lingen und der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft des Landkreises Emsland war die Spiegel-Bestsellerautorin mit ihrem neuen Buch “Anti-Opfer” im LWH zu Gast. In einer rund 30- minütigen Lesung gab sie zunächst Einblicke in die Entstehung des Buches und erläuterte, warum es ihr ein Anliegen war, sich mit dem Thema Opfersein und dem gesellschaftlichen Umgang damit auseinanderzusetzen. Ausgehend von ihrem Vorwort und dem ersten Kapitel erklärte sie dabei auch, was sie unter einem “Anti-Opfer” versteht.
Anschließend entwickelte sich unter der Moderation der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Lingen, Katrin Warstat, ein lebhafter und intensiver Austausch mit den BesucherInnen. Im Mittelpunkt stand dabei unter Anderem die Frage, welchen Stellenwert Opfer in unserer Gesellschaft haben und wie mit ihnen umgegangen wird. Während bei TäterInnen häufig danach gefragt wird, wie sie unterstützt werden können, damit sie bestimmte Taten nicht wiederholen, fehlt es für die Betroffenen selbst nicht selten an vergleichbarer Aufmerksamkeit und Unterstützung. Diskutiert wurde auch die Frage, ob Opfer zu stark über ihre Funktion im Umgang mit TäterInnen betrachtet werden – etwa als Grundlage für deren Bestrafung – anstatt sie als Betroffene mit eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen wahrzunehmen. Der Abend regte dazu an, vertraute Vorstellungen von Opfersein, Verantwortung und gesellschaftlichem Umgang mit Gewalt neu zu betrachten. Das Gespräch zeigte dabei einmal mehr, wie komplex und vielschichtig diese Fragen sind – und wie wichtig es ist, darüber miteinander im Austausch zu bleiben.
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