UM-WELT-SORGEN

Halbjahresthema II/2019

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Eigentlich liegen die Fakten auf dem Tisch. Eigentlich. Wir wissen, dass unser jetziger Lebenswandel das Poten­tial von zweieinhalb Erden verbraucht. Wir wissen, dass der Meeresspiegel steigt und Menschen den Lebensraum raubt – trotzdem tun wir nichts. Wir wissen, dass das Fliegen enorm viel Treibhausgas ausstößt – trotzdem fliegen immer mehr Menschen zu immer niedrigeren Preisen mehrmals im Jahr in den Urlaub, trotzdem gibt es keine Kerosin-Steuer. Wir wissen, dass unsere Art zu konsumieren nur auf Kosten Dritter funktioniert – und trotzdem exportieren wir unseren Müll in die ärmsten Länder der Welt. Wir wissen, dass die Meere bald leergefischt sein werden – und trotzdem fangen wir munter den Fisch mit Schleppnetzen vor Afrikas Küste und nehmen den Menschen dort die Grundlage zum Lebensunterhalt. Oder – um diese Schizophrenie mit den Worten des Kabarettisten Dieter Nuhr zu formulieren: „Wir wickeln gerade die Dieseltechnik ab, die nachweislich erheblich weniger CO² erzeugt, weil wir Elektroautos kaufen sollen, die man nirgendwo laden kann. Bei dem die Batterien schon bei der Produktion so viel CO² erzeugen, dass man mit dem Diesel acht Jahre lang hätte fahren können. Großartig.“ Ja, Sie haben richtig gelesen – da steht immer „wir“. Selten war so offensichtlich, dass unser Handeln hier und heute absolut folgenreich ist – weltweit und in Zukunft. Ich persönlich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass wir doch noch eine Kehrtwende bewirken können. Welche Perspektive sollen wir sonst unseren Kindern geben? Das LWH stellt das kommende Halbjahr unter das Motto UM-WELT-SORGEN. Wir möchten auf keinen Fall moralinsauer und belehrend jammern. Die Sorgen um unsere Schöpfung wollen wir klar benennen. Aber dann auch Perspektiven aufzeigen, wie jede und jeder an ihrem/seinem Platz ihren/seinen kleinen persönlichen Beitrag leisten kann, um für die Welt zu sorgen – für dieses Haus der Erde, in dem alle Menschen Platz haben sollen. In seiner genialen Enzyklika „Laudato sí“ hat Papst Franziskus sehr deutlich aufgezeigt, dass ein enger Zusammenhang zwischen den ökologischen und sozialen Problemen besteht. Wer der Natur schadet, handelt sozial ungerecht. Und umgekehrt gilt: Wer andere Menschen schlecht behandelt, wird auch keinen Res­pekt vor der Schöpfung haben. Eigentlich ist das Thema immer dran, und es spielt auch immer eine Rolle bei uns. Wir machen es in diesem Halbjahr auch deshalb zum Schwerpunkt, weil unser LEADER-Projekt in Sachen Umweltbildung erste Früchte trägt. Zudem findet im Oktober die außerordentliche Bischofsynode zur ökologischen und kirchlichen Situation im Amazonasgebiet statt, auf die wir ebenso eingehen werden. Wir laden Sie herzlich ein, mit uns zu diskutieren und darüber nachzudenken, welches die nächsten Handlungsschritte sind. Die Zeit zu beginnen ist jetzt.
Michael Reitemeyer

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Fri, 29.11.2019

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St. Birgitta als „Filiale“ vom Kindergarten St. Ansgar

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