FAMILIE ZWISCHEN LIEBE UND CHAOS

Halbjahresthema I/2020

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„Geht  alles  gar  nicht.  Warum wir Kinder, Liebe  und  Karriere  nicht  vereinbaren  können“  – so heißt ein Buch der Zeit-Journalisten Marc Brost und Heinrich Wefing.  Der  Cover-Text  fragt:  „Kennen  Sie  das  Gefühl, zu wenig Zeit für alles zu haben? Für die  Kinder,  für  den  Job,  für  die  Beziehung,  für sich selbst? Glauben Sie trotzdem, es sei schon irgendwie hinzubekommen, weil das ja alle behaupten – die anderen Eltern, die Wirtschaft,  die  Politik?  Marc  Brost  und  Heinrich  Wefing  sagen:  „Es  geht  eben  nicht.  Weder  bei  den  Müttern  noch  bei  den  Vätern.  Und  sie zeigen, warum das so ist.“ Sie räumen mit verbreiteten  Illusionen  auf  und  fordern  vor  allem eines: Ehrlichkeit.

Ehrlichkeit ist das Stichwort. Dass sich Familienleben  irgendwo  im  großen  Spannungsfeld von Liebe und Chaos abspielt, sieht auch Papst Franziskus im Nachgang zur Familiensynode von 2015: In seinem Schreiben „Amoris laetitia“ äußert er eine grundsätzliche und ermutigende  Erkenntnis:  „Das  Ergebnis  der  Überlegungen  der  Synode  ist  nicht  ein  Stereotyp der Idealfamilie, sondern eine herausfordernde  Collage  aus  vielen  unterschiedlichen Wirklichkeiten, voller Freuden, Dramen und Träume“ (AL 57). Er ist der erste Papst, der die Dinge nüchtern beim Namen nennt, ohne zu moralisieren. Und er gibt zu, dass die Kirche viel zu lange „die Ehe so präsentiert (hat), dass ihr Vereinigungszweck – nämlich die Berufung, in der Liebe zu wachsen und das Ideal der gegenseitigen Hilfe – überlagert wurde durch eine fast ausschließliche Betonung der Aufgabe  der  Fortpflanzung....  Daher  sollte  unsere  Reaktion  eine  heilsame  Selbstkritik  sein“ (AL 36). Franziskus hat einen Blick dafür, dass sich Familienleben in den unterschiedlichsten  Facetten  abspielt.  Er  weiß,  dass  Familienleben sehr glücklich machen kann und gleichzeitig  voller  Herausforderungen  und  Belastungen ist. Und er sagt es. Familienleben steht oft genug unter Druck – unter Druck, den Job, Schule, Finanzen, Wohnen, Krankheit, Krisen produzieren können. Nicht  nur  die  Kirche  hat  immer  ein  hehres  Ideal  propagiert  –  versehen  mit  reichlich  Moralin – und dadurch ihrerseits jede Menge Stress in den Familien produziert, sondern auch Politik und Wirtschaft suggerieren stets, mit ein bisschen mehr Geld und ein paar Betreuungsplätzen  mehr  in  der  Kita  sei  alles  getan.  Und  wer  gibt  schon  den  Bekannten  gegenüber  gerne  zu,  dass  ihn  oder  sie  das  alles  schlicht  und  ergreifend  fertig  macht.  Gerade  wer  in  der  „Rush-Hour“  des  Lebens  steht,  braucht  Ehrlichkeit  und  Verständnis,  keine anbiedernden Sonntagsreden.

Wir  haben  deshalb  dieses  Megathema  zum  Schwerpunkt  gemacht.  Es  ist  extrem  vielschichtig,  so  komplex,  dass  ein  halbes  Jahr  eigentlich nicht ausreicht und die Dinge eher nur  anreißen  kann:  ob  Social  Media,  Pflege  der eigenen Angehörigen, Rollenverständnis, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Elterngespräche  in  der  Kita,  Sie  sind  herzlich  eingeladen, gemeinsam mit uns in diese unendlichen Geschichten einzutauchen. 
Michael Reitemeyer

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