Ein „Museum“ für Bernd Rosemeyer?

Zur Diskussion über eine Rennsport-Legende im Nationalsozialismus
Akademieabend

Der Unternehmer Heinrich Liesen plant die Einrichtung eines „Museums“ für den aus Lingen stammenden Rennfahrer Bernd Rosemeyer und seine Frau Elly Beinhorn. Diese Pläne haben über die Grenzen der Stadt Lingen hinaus für erhebliche Diskussionen gesorgt. Der Grund: Bernd Rosemeyer war Mitglied der SA und später der SS, seine sportlichen Erfolge stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der unheilvollen Verquickung von Rennsport, NS-Propaganda, Autoindustrie und Regime. Daraus ergibt sich unmittelbar die Frage: Darf man einem Profiteur des Systems ein Denkmal setzen? Ist das nicht Geschichtsklitterung? Heinrich Liesen ist eine breite Akzeptanz des „Museums“ in der Region ein Anliegen. Er hat den langjährigen Leiter des LWL-Instituts für Westfälische Regionalgeschichte und Experten für die Zeit des Nationalsozialismus, Prof. Dr. Bernd Walter, als Kurator für diese Einrichtung benannt und damit beauftragt, ein Konzept zu entwickeln. Das Konzept war bereits im Juni von Experten diskutiert worden. Als ein zentraler Punkt wurde formuliert, dass eine solche Einrichtung nur dann Sinn mache, wenn sie neben den sportlichen Erfolgen auch die Schrecken der NS-Herrschaft darstelle, die Verquickung von Autoindustrie, Rennsport und NS-Propaganda ebenso wie die gleichzeitige Existenz der Emslandlager. An diesem Abend wird das Konzept erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Das LWH lädt zu dieser Diskussion ein, weil es sich seit jeher als Plattform für die Diskussion aktueller gesellschaftspolitischer Fragestellungen versteht. Angesichts der immer stärker werdenden rechtspopulistischen und rechtsextremen Kräfte könnte diese Diskussion auch zu einer Lernerfahrung werden, wie wir unsere Demokratie besser verteidigen können. 

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Bundesarchiv, Bild 183-2007-1205-501

Datum: Di, 27.11.2018
Uhrzeit: 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr
Kosten: keine
Seminarnummer: 1811192
Leitung: Dr. Michael Reitemeyer
Referent/in: Dieter Krone, Oberbürgermeister der Stadt Lingen; Dr. Heribert Lange, Vorsitzender Forum Juden Christen im Altkreis Lingen; Heinrich Liesen, Unternehmer, Lingen; Prof. Dr. Christoph Rass, Universität Osnabrück; Prof. Dr. Bernd Walter, Coesfeld

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