Was wollen wir von der Künstlichen Intelligenz?

Akademieabend im LWH zum Verhältnis von Mensch und Maschine

Vom Verhältnis zwischen Mensch und Künstlicher Intelligenz handelte der Akademieabend „Das wichtigste Gespräch unserer Zeit?“ am vergangenen Dienstag im Lingener Ludwig-Windthorst-Haus. Der Journalist Michael Brendel, der als Studienleiter in der Katholisch-Sozialen Akademie tätig ist, zeichnete vor rund 40 Gästen die Geschichte der Künstlichen Intelligenz (KI) nach und skizzierte aktuelle und mögliche künftige Einsatzfelder der Technologie. Noch stehe die Entwicklung am Anfang, so Brendel, aber in den vergangenen Jahren hätte es viele Fortschritte gegeben. Wir Menschen sollten die Zeit nutzen uns Gedanken zu machen, was wir eigentlich von der KI erwarten, „bevor sie uns irgendwann vor vollendete Tatsachen stellt!“

Nicht nur Foto-Apps oder so genannte Smart Speaker wie Alexa oder Google Home würden heute auf KI-Technologie beruhen. Auch viele Nachrichtenmeldungen in Zeitungen würden bereits von smarten Computerprogrammen geschrieben. Bis 2020 wolle die Nachrichtenagentur Associated Press 80 Prozent der Nachrichtenmeldungen automatisieren. „Auch in der Medizin kommt KI zum Einsatz“, zeigte Brendel ein weiteres Einsatzgebiet auf. Eine KI könne ein CT- oder Röntgenbild in wenigen Sekunden mit Tausenden anderen Bildern vergleichen und dadurch beispielsweise krankhaftes Gewebe erkennen. „Nebenbei kann sie auch noch alle je veröffentlichten Studien zu diesem Krankheitsbild lesen“. 2016 hätte IBMs KI-System Watson bei einer Patientin so eine seltene Form von Leukämie festgestellt, die die Ärzte übersehen hatten. „Dank der KI hat die Frau ein zweites Leben geschenkt bekommen.“

Der Referent Michael Brendel Die sichtbarste KI-Anwendung der nächsten 10-15 Jahre würden selbstfahrende Autos sein, vermutete Brendel. Hier seien aber noch viele Fragen offen, beispielsweise nach der Haftung oder dem Verhalten des Wagens im Falle eines Unfalls. Auch der Arbeitsmarkt werde durch KI umgekrempelt, weil immer mehr Jobs durch Computer oder Roboter übernommen würden. „Übrig bleiben Jobs, die die menschliche Perspektive erfordern, beispielsweise Psychologen oder Erziehungsberater“, prognostizierte der Referent. Außerdem würde die Technologie auch neue Jobs schaffen. Es brauche beispielsweise Trainer für KI-Systeme, und auch Ethiker müssten in die Entwicklung von KI-Systemen einbezogen werden.

Noch weiter in die Zukunft blickte Michael Brendel beim Thema Superintelligenz. Dass eine KI noch in diesem Jahrhundert schlauer werden könnte als der Mensch, sei für die meisten Wissenschaftler nicht ausgeschlossen, so Brendel. Unklar sei, ob die Super-KI den Menschen dann wohlgesonnen sei, Mensch und KI nebeneinander existieren könnten oder ob die Menschen der KI gar im Weg stünden. Verstehen könnten die Menschen das System aufgrund ihrer beschränkten geistigen Fähigkeiten dann nicht mehr. Laut Brendel sei es eine große Herausforderung das menschliche Welt- und Werteverständnis fest in die Systeme der Zukunft einzubauen.

Der Referent regte die Gäste an sich zu fragen, was den Menschen außer der Intelligenz definiere. Es gäbe immer noch einiges, was uns Menschen unverwechselbar mache – „'Ich' ist nicht gleich Gehirn!“ Der aktuelle Stand der Entwicklung gäbe uns Menschen die Chance uns zu fragen, was wir tun, um den Titel „Krone der Schöpfung“ zu verdienen. 

Mit dem Akademieabend „Das wichtigste Gespräch unserer Zeit?“ wurde die Veranstaltungsreihe zum Halbjahresschwerpunkt „Ich (un)verbesserlich“ eröffnet, in dem sich das LWH-Team dem Thema Selbstoptimierung widmet. Weitere Veranstaltungen werden u. a. das autonome Fahren oder Gehirndoping thematisieren.

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