Rückblick: Komplexes Verhältnis von Klima und Migration

Akademieabend zu Umweltmigranten im LWH

Über durch den Klimawandel zur Migration getriebenen Menschen berichtete der Migrationsexperte Christian Bilfinger am 1. Oktober im Ludwig-Windthost-Haus (LWH) in Lingen. Bis 2050 würde das UN-Flüchtlingshilfswerk mit ca. 250 Mio. Umweltmigranten rechnen, berichtete der Referent der Konrad-Adenauer-Stiftung zu Beginn seines Vortrags. Bereits heute jedoch seien die Folgen des Klimawandels in vielen Ländern deutlich spürbar, beispielsweise durch den steigenden Meeresspiegel in Indonesien oder Inselstaaten wie Kiribati im Pazifik. „Kiribati ist das erste Land, das aufgrund des Klimawandels unterzugehen droht.", erläuterte Bilfinger. „Das Land wird es nach jetzigen Prognosen 2100 nicht mehr geben.“ Wenn sich das Weltklima bis zu diesem Zeitpunkt auf 3 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erwärmt hätte, seien auch Städte wie Shanghai, Miami, Osaka oder Den Haag bedroht. „Und die drei Grad sind nicht der höchste Wert. Das ist das Mittel aus vielen Schätzungen." Zur Verhinderung von Überflutungen müssten Schutzmaßnahmen wie Deichbauten oder den Anbau von Mangrovenwäldern ergriffen werden, was aber nicht immer möglich sei.

KAS-Referent Michael Brendel. Foto: Michael BrendelWeitere Folgen der Klimaerwärmung seien Hurrikans oder Starkregenfälle, aber auch ausbleibende Regenfälle. In Zentralamerika oder der Tschad-See-Region, in denen sich die trockene Regionen in den letzten Jahren massiv ausgeweitet hätten, würden Migranten in starkem Maße von Kriminellen oder Terroristen angeworben. Verschärfte Konflikte zögen dann wiederum Migration nach sich. Anhand vieler Beispiele veranschaulichte der Referent der Konrad-Adenauer-Stiftung, dass der Einfluss des Klimas auf die Migration komplex sei: „Ich will keine übertriebenen Bedrohungspotentiale an die Wand malen.“, so Bilfinger. „Aber oft verstehen wir gar nicht, wie sehr der Klimawandel andere Entwicklungen beeinflussen kann.“

Um auf punktuelle Krisen wie Hurrikans, starke Regenfälle oder plötzliche Dürren reagieren zu können, müsste das UN-Flüchtlingshilfswerk und das World Food Programme voll finanziert werden. Zudem werde Bilfinger zufolge das „Humanitarian Resettlement“ zu selten angewendet, in dem besonders gefährdete Menschen sicher in andere Staaten geführt werden. Daneben müssten diplomatische Initiativen ergriffen werden und Resilienzen gestärkt, als Schutzmaßnahmen z. B. gegen Überflutungen ergriffen werden.

Das Fazit des Referenten war, wie er zugab, nicht von Positivismus gekennzeichnet: “Wir müssen uns auf harte Konsequenzen einstellen, aber mit diesen Maßnahmen sind sie weniger gravierend.“ Text/Fotos: Michael Brendel

» Download der Präsentation von Christian Bilfinger

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Wed, 02.10.2019

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