Reformen dringend notwendig

Podiumsgespräch zur Kirchenkrise

In der Katholischen Kirche muss sich einiges tun – darin stimmten die drei Theologinnen und Theologen überein, die am 13. Juni auf Einladung von Studienleiterin Agnes Kläsener am Podiumsgespräch “Kirche in Aufruhr“  im Ludwig-Windthorst-Haus Lingen (LWH) teilgenommen haben. Der Münsteraner Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Wolf, die Gemeindereferentin Christine Hölscher und die Journalistin Dr. Christiane Florin sprachen vor rund 80 Besuchern in der LWH-Aula über die aktuellen Herausforderungen der Kirche.
In seinem Eingangsstatement erinnerte Prof. Wolf daran, dass sich die Kirche immer entwickelt habe. Beispielsweise habe sich das Verständnis der Wandlung mehrfach verändert. Die Veränderungsbereitschaft begründete Wolf auch theologisch: „Wenn Gott sich in Jesus Christus auf Geschichte einlässt, dann braucht er Entwicklung.“ Auch heute, in der „größten Krise seit der Reformation“, seien Reformen nötig. Der Theologieprofessor forderte unter anderem die Abschaffung des Zölibats, eine zeitgemäße Sexualmoral und Frauen in diakonischen Ämtern. Hubert Wolf, der als Mitglied des ZdK selbst in Arbeitsgruppen der Bischofskonferenz tätig ist, zeigte sich skeptisch, ob es im September Ergebnisse geben werde. Den viel diskutierten „synodalen Weg“ hält Wolf für Augenwischerei: „Kirchenrechtlich entscheidet der Bischof. Fertig.“
Diskutierten über die Krise der Katholischen Kirche (v.l.): Christine Hölscher, Moderatorin Agnes Kläsener, Hubert Wolf und Christiane Florin (Leinwand). Foto: Stefan Botters/LWHChristiane Florin machte sich im anschließenden Podiumsgespräch für eine Gewaltenteilung in der Kirche stark. Damit nicht alle Macht beim Bischof liege, müsse das Kirchenrecht geändert werden, forderte die per Internetvideo zugeschaltete Deutschlandfunk-Journalistin. Florin lobte die von kirchlich engagierten Frauen gestartete Initiative „Maria 2.0“, bedauerte aber, dass sie nicht von langer Dauer war: „Ich bin dafür, mich an der Lokführergewerkschaft zu orientieren und so lange zu warten, bis man was erreicht!“
„Vom Menschenbild und auch vom Gottesbild her sind Frauen und Männer Gottes Ebenbild“, erinnerte Christine Hölscher. Deshalb seien sie gleichberechtigt. Hölscher wird ab 1. Dezember die erste Pfarrbeauftragte des Bistums Osnabrück. Diese Leitungsposition sei aus einem Notstandsparagraphen entstanden. „Kirchenrecht funktioniert, glaube ich, nur so, indem etwas faktisch einfach passiert.“
Einigkeit unter den Podiumsgästen herrschte bei der Beantwortung der Abschlussfrage. Moderatorin Agnes Kläsener wollte wissen, ob es in vier Jahren weibliche Priester gebe. Dies wurde von allen Gesprächspartnern klar verneint.
Text: Stefan Botters/Michael Brendel

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