Positives Altersbild kann Leben verlängern

Psychologe und Alternsforscher berichtete im LWH

Hans-Werner Wahl fordert ein Schönheitsideal, das ältere Menschen miteinbezieht. Foto: LWHDie Veränderungen des Alterns in den letzten Jahrzehnten mit ihren Chancen und Herausforderungen wurden am 7. Juni im Ludwig-Windthorst-Haus von fachkundiger Seite geschildert. Im Rahmen eines Akademieabends las der Heidelberger Psychologe und Alternsforscher Prof. Dr. Hans-Werner Wahl aus seinem Buch „Die neue Psychologie des Alterns“ (Kösel, 2017) und stellte seine Erkenntnisse zur Diskussion. 50 Gäste haben den Akademieabend in der LWH-Aula besucht.

„In den letzten 120 Jahren hat sich unsere Lebenserwartung verdoppelt“, berichtete Wahl. Ältere seien insgesamt gesünder als jemals zuvor. Gleichzeitig gäbe es viele Hochaltrige, also Menschen über 85 Jahre, und die Phase der Hochaltrigkeit sei noch nie so lange gewesen wie heute. Die Zeit, in denen Menschen ohne körperliche und geistige Beeinträchtigungen altern würden, sei länger als früher, ebenso aber auch die Zeit, in der Menschen pflegebedürftig seien.

Warb im LWH für ein positives Altersbild: Psychologe Hans-Werner Wahl. Foto: LWHDer Psychologe warb für ein positives Altersbild. Traditionelle Vorstellungen würden das Älterwerden oft als Verlustgeschichte betrachten. Insgesamt hätte das Altern eher ein schlechtes Image. „Negative Altersbilder wirken dreimal stärker negativ als positive Bilder positiv wirken.“ Dabei sei ein positives Bild vom Altern durchaus vorteilhaft für ein langes Leben. „Wer dem Altern positiv gegenübersteht, investiert mehr in körperliche Bewegung und sucht mehr soziale Kontakte. Das ist gesundheitsfördernd.“ Auch Tanzen sei gut für hochaltrige Menschen, weil sich dann neue synaptische Verbindungen im Hirn bilden würden. „Es ist faszinierend, dass das bis zum Ende des Lebens möglich ist.“

In seinen Ausführungen kritisierte Wahl das vorherrschende Schönheitsideal: „In einer alternden Gesellschaft, die sagt: Nur die Jugend ist schön, stimmt irgendwas nicht. Da werden riesige Gruppen von unseren Schönheitsidealen ausgeschlossen.“ Alternde Menschen würden die Gesellschaft bereichern - vielleicht könnten sie sogar zur Entschleunigung beitragen.

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