„Löschen ist nicht gleich Löschen“

PC-Profi empfiehlt Programme zu Datensicherheit

Um die Sicherheit von Daten und Dateien ging es auf dem Akademieabend „Internet Privacy I“ am Donnerstag, 18. Oktober 2018, im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen. Der Datensicherheits-Referent Elmar Brandhorst zeigte den gut 20 Gästen im LWH anschaulich auf, welche Sicherheitsrisiken auf dem heimischen PC oder dem Smartphone lauern und wie diese reduziert werden können.

Gefahren für die Datensicherheit lauern bei vielen Anwendungen. Foto: LWH„Wer Emails verschickt, dann ist das wie eine Postkarte. Man braucht ein bisschen Geschick, aber im Prinzip kann die jeder lesen“. Brandhorst warb dafür, sensible Inhalte wie z. B. Briefe in ein ZIP-Archiv zu packen und dieses Archiv mit einem Passwort zu verschlüsseln. Allerdings seien leichte Passwörter über so genannte Brute-Force-Attacken leicht zu knacken - für das häufig verwendete Passwort „12345678“ bräuchte ein normaler PC nur 0,4 Sekunden. Brandhorst regte die Zuhörer an, Passwort-Safes zu nutzen, die komplexe Passwörter anlegen und sicher speichern könnten. Er selbst würde das Tool „Keepass“ nutzen.
Die Passwörter von Windows-PCs seien unabhängig von der Komplexität jedoch leicht zu umgehen. Allein auf Youtube würden 14.000 Videos zum Knacken von Windows-Passwörtern liegen. Hier empfahl Brandhorst einen „Tresor“. Das sei ein gesicherter Bereich auf dem PC, in dem die Dateien verschlüsselt abgelegt würden. „Das fühlt sich an wie ein ganz normales Laufwerk“, versicherte Brandhorst, die Dateien seien aber wirklich sicher. „Der Schlüssel zu dem Tresor heißt ‚Passwort‘. Das sollte natürlich dementsprechend komplex sein.“ Ein Beispiel für ein solches Programm sei das kostenlose Tool „Veracrypt“.
Um auch im Falle eines Datenverlustes an wichtige Dokumente und Fotos zu gelangen, empfahl der Referent eine regelmäßige Datensicherung beispielsweise auf einer USB-Festplatte. Gerade hier sei eine Verschlüsselung durch das Tresor-Prinzip aber wichtig. Als Backup-Programm zeigte der Referent das Tool „Personal Backup“.
Brandhorst verdeutlichte anhand von Bildern auf einem USB-Stick, dass Dateien mit dem Löschbefehl unter Windows  nicht wirklich verschwänden: „Löschen ist definitiv nicht Löschen“. Ein Programm wie „Recuva“ könne vermeintlich gelöschte Dateien wiederherstellen. Sicherer sei das Schreddern von Dateien, für das es beispielsweise die App „Erase“ gibt.
Gab den LWH-Gästen anschauliche Tipps zur Datensicherheit: Elmar Brandhorst. Foto: LWHAuch WLAN-Netzwerke in Restaurants, Hotels oder an Flughäfen könnten eine Gefahr für die eigenen Daten bedeuten. Denn andere Geräte im selben Netz könnten mithilfe von Apps auf das eigene Smartphone oder den eigenen Laptop zugreifen. Laut Brandhorst ginge das ganz leicht: „Das kann wirklich jeder - Das können Sie auch!“ Bei der Nutzung  öffentlicher WLANs mit Computern oder Smartphones sollte ein VPN-Programm genutzt werden, das die Daten verschlüsselt. Der Datensicherheitsexperte zeigte abschließend die Anwendung der Smartphone-App „Freedome“.

Um die Sicherheit in und bei Internetanwendungen geht es am 13. November im LWH. Dann findet der Akademieabend „Internet Privacy II“ im LWH statt. Der Abend kann unabhängig von der ersten Veranstaltung besucht werden. 
Michael Brendel (Text/Fotos)

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